Berlin - Brandenburger Tor

Das letzte erhaltene Stadttor.

Russische Pelzmützen gefällig, alte Orden, Uhren mit Sowjetstern? Fliegende Händler flüstern vermeintlich günstige Preise. Ganz beiläufig erinnert der Alltag um das Brandenburger Tor - übrigends das letzte erhaltene von einst 14 Stadttoren der jüngsten Stadtmauer - an die jüngste

Geschichte de Stadt. 1949 wurde die DDR gegründet und Ost- Berlin ihre Hauptstadt.

Als Carl Gotthard Langhans, Direktor des Oberhofbauamtes, das Brandenburger Tor von 1789 bis 1791 nach dem Vorbild der Propyläen der Akropolis von Athen bauen ließ, war es ein Tor zur historischen Stadt und zugleich ein Monument der Stärke Preußens. Zwölf dorische Säulen teilen den doppelten Portikus. 18 Fuß und somit breit genug für königliche Equilagen ist der Mittelgang - heute auch für Staatsbesuche mit Damen und Dolmetschern. Das Personal schritt nebenan hindurch, das normale Volk ganz außen. Oben begleitet seit 1794 die Quadriga von Gottfried Schadow das wechselnde Geschehen vor dem Tor. Allerdings mir Unterbrechungen: 1806 hatte Napoleon die geflügelte Siegesgöttin im vierspannigen Wagen für acht Jahre nach Paris entführt, um das besiegte Preußen zu demütigen. Im Triumphzug kehrte Sie nach dem Sieg über napoleon zurück, und Schinkel durfte der Dame das Eiserne Kreuz mit Lorbeerkranz und preußischem Adler in die Hand drücken.

Ebenso symbolisch entfernten die Sowjets die Quadriga und ließen auf dem Tor die rote Fahne wehen. Das Gebäude selbst war nach dem Zweiten Weltkrieg so ramponiert wie die ganze Stadt. Der Ostberliner Senat ließ es 1957 mit den Steinen aus dem sächsischen Pirna reparieren, die schon Langhans 200 Jahre zuvor verwendet hatte. Eine neue Rosselenkerin entstand Im Jahr darauf im West - Berliner Friedenau. Vom 13. August 1961 an aber, als die Mauer gebaut wurde, war das Tor keinTor mehr. Westler blickten von einem Treppchen über Mauer und Todesstreifen nach "drüben". Sechs Wochen nach der Öffnung der Mauer am 9. November 1989 - am 22. Dezember - ging auch das Tor wieder auf Es ist immer noch Wahrzeichender Stadt, aber mittlerweile auch Kulisse für Silvesterfeiern oder Politikerreden und Requisite für diverse Filme.

Heutzutage ist das Brandenburger Tor auch erste Anlaufstelle für Touristen aus der ganzen Welt. Es darf bei keinem Berlin Besuch fehlen.